Die wahre Inflation

WAHRE & GEFÜHLTE INFLATION & VERBRAUCHERPREISINDEX

„PAPIERGELD KEHRT FRÜHER ODER SPÄTER ZU SEINEM INNEREN WERT ZURÜCK – NULL.“ VOLTAIRE

Wahre & gefühlte Inflation & Verbraucherpreisindex

Fragt man 100 Deutsche, wie hoch die Inflationsrate in Deutschland sei, antworten ca. 95: „so zwischen 1,5% und 3% pro Jahr.“ Fragt man, woher sie diese Zahlen haben, antworten die meisten: „aus den Fernsehnachrichten.“ Wenn die Nachrichtensprecher die neuesten Zahlen verlesen, benutzen sie normalerweise nicht das Wort „Inflationsrate“, sondern sprechen vom „Verbraucherpreisindex“. Gemeint ist der Index, der vom statistischen Bundesamt monatlich veröffentlicht wird (Stichwort: Warenkorb). Der hat aber nichts mit einer echten Inflationsrate zu tun. Dennoch werden Inflationsrate und Verbraucherpreisindex oft verwechselt oder sogar als identisch betrachtet.

Inflation = Zuwachs M3 minus Zuwachs BIP.

Um es vorweg zu sagen: Wie hoch die „wahre Inflation“ ist, weiß niemand. Die Formel M3-BIP ist ein einfaches und für jeden verständliches Verfahren, sich diesem Wert anzunähern. Da die benötigten Zahlen im Internet parat stehen (z.B. Monatsberichte der Deutschen Bundesbank), kann zudem jeder selbst die Ergebnisse nachvollziehen. 

In Lexika findet man unter dem Stichwort „Inflation“ Definitionen wie z.B. „Anstieg der Geldmenge pro Bruttosozialprodukt-Einheit“. Inflation hat also offenbar etwas mit der Geldmenge und dem Bruttosozialprodukt zu tun.

Oder genauer – mit dem Bruttoinlandsprodukt

(die Summe der – innerhalb eines Jahres – in einem Land hergestellten und verbrauchten Waren und Dienstleistungen).

Zieht man vom Wachstum der Geldmenge (M3) das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ab, sieht man folgendes. Falls Sie sich wundern, warum die Werte seit 2010 so verdächtig niedrig sind, obwohl diverse Rettungsschirme und -pakete inklusive der Target-2-Salden sich auf schwindelerregende Beträge summieren, finden Sie hier eine mögliche Erklärung. Auffällig ist die große Differenz zwischen der „wahren Inflation“ und dem Verbraucherpreisindex. Zumindest bis zum Jahr 2009. Seitdem besteht offenbar ein Interesse daran, die Dinge zu beschönigen.

Erinnern Sie sich an das Jahr 2002? Da wurde der EURO eingeführt. Jeder merkte, das alles plötzlich teurer war. Was taten unsere Politiker? Sie meinten, dass wir uns das alles nur einbilden und verwiesen auf den Verbraucherpreisindex, der ja nur um 1,3% gestiegen war.

Inzwischen hat sich der Begriff „gefühlte Inflation“ etabliert. Der drückt aus, was viele Menschen längst vermuten. Nämlich, dass mit dem Verbraucherpreisindex irgend etwas nicht stimmt. Denn dessen niedrige Werte widersprechen massiv den eigenen Erfahrungen an der Ladenkasse. So liegt die „gefühlte Inflation“ wohl deutlich näher an der „wahren Inflation“ als der Verbraucherpreisindex.



Jahr
Zuwachs M3
Zuwachs BIP in D
Wahre Inflation
Verbraucherpreis Index
2000
5,6 %
3,0 %
2,6 %
2,1 %
2019 / 08
%
%
%
1,0 %
2019 / 07
5,2 %
%
%
1,1 %
2019 / 06
4,5 %
0,0 %
4,5 %
1,5 %
2019 / 05
4,8 %
0,0 %
4,8 %
1,3 %
2019 / 04
4,7 %
0,0 %
4,7 %
2,1 %
2019 / 03
4,5 %
0,8 %
3,7 %
1,4 %
2019 / 02
4,3 %
0,8 %
3,5 %
1,7 %
2019 / 01
3,8 %
0,8 %
3,0 %
1,7 %
2018 / 12
4,1 %
0,9 %
3,2 %
1,7 %
2018 / 11
3,7 %
0,9 %
2,8 %
2,2 %
2018 / 10
3,9 %
0,9 %
3,0 %
2,4 %
2018 / 09
3,5 %
1,1 %
2,4 %
2,2 %
2018 / 08
3,5 %
1,1 %
2,4 %
1,9 %
2018 / 07
4,0 %
1,1 %
2,9 %
2,1 %
2018 / 06
4,4 %
2,3 %
2,1 %
2,1 %
2018 / 05
4,0 %
2,3 %
1,7 %
2,2 %
2018 / 04
3,9 %
2,3 %
1,6 %
1,4 %
2018 / 03
3,7 %
1,6 %
2,1 %
1,5 %
2018 / 02
4,2 %
1,6 %
2,6 %
1,2 %
2018 / 01
4,6 %
1,6 %
3,0 %
1,4 %
2017 / 12
4,6 %
2,3 %
2,3 %
1,6 %
2017 / 11
4,9 %
2,3 %
2,6 %
1,8 %
2017 / 10
5,0 %
2,3 %
2,7 %
1,5 %
2017 / 09
5,1 %
2,3 %
2,8 %
1,8 %
2017 / 08
5,0 %
2,3 %
2,7 %
1,8 %
2017 / 07
4,5 %
2,3 %
2,2 %
1,5 %
2017 / 06
5,0 %
0,8 %
4,2 %
1,5 %
2017 / 05
4,9 %
0,8 %
4,1 %
1,4 %
2017 / 04
4,9 %
0,8 %
4,1 %
2,0 %
2017 / 03
5,3 %
3,2 %
2,1 %
1,5 %
2017 / 02
4,7 %
3,2 %
1,5 %
2,2 %
2017 / 01
4,8 %
3,2 %
1,6 %
1,9 %
2016 / 12
5,0 %
1,2 %
3,8 %
1,7 %
2016 / 11
4,8 %
1,2 %
3,6 %
0,7 %
2016 / 10
4,4 %
1,2 %
3,2 %
0,7 %
2016 / 09
5,0 %
1,5 %
3,5 %
0,5 %
2016 / 08
5,1 %
1,5 %
3,6 %
0,3 %
2016 / 07
4,8 %
1,5 %
3,3 %
0,4 %
2016 / 06
5,0 %
3,1 %
1,9 %
0,2 %
2016 / 05
4,9 %
3,1 %
1,8 %
0,0 %
2016 / 04
4,6 %
3,1 %
1,5 %
-0,3 % 
2016 / 03
5,0 %
1,3 %
3,7 %
0,1 %
2016 / 02
4,9 %
1,3 %
3,6 %
-0,2 % 
2016 / 01
5,0 %
1,3 %
3,7 %
0,4 %
2015 / 12
4,7 %
2,1 %
2,6 %
0,2 %
2015 / 11
5,0 %
2,1 %
2,9 %
0,3 %
2015 / 10
5,2 %
2,1 %
3,1 %
0,2 %
2015 / 09
4,9 %
1,8 %
3,1 %
-0,2 % 
2015 / 08
4,8 %
1,8 %
3,0 %
0,1 %
2015 / 07
5,3 %
1,8 %
3,5 %
0,1 %
2015 / 06
4,9 %
1,6 %
3,3 %
0,1 %
2015 / 05
5,0 %
1,6 %
3,4 %
0,7 %
2015 / 04
5,3 %
1,6 %
3,7 %
0,3 %
2015 / 03
4,6 %
1,2 %
3,5 %
0,1 %
2015 / 02
4,0 %
1,2 %
2,9 %
-0,1 % 
2015 / 01
4,1 %
1,2 %
3,0 %
-0,5 % 
2014 / 12
3,6 %
1,6 %
2,0 %
0,1 %
2014 / 11
3,1 %
1,6 %
1,5 %
0,5 %
2014 / 10
2,5 %
1,6 %
0,9 %
0,7 %
2014 / 09
2,5 %
1,2 %
1,3 %
0,8 %
2014 / 08
2,0 %
1,2 %
0,8 %
0,8 %
2014 / 07
1,8 %
1,2 %
0,6 %
0,8 %
2014 / 06
1,5 %
0,8 %
0,7 %
1,0 %
2014 / 05
1,0 %
0,8 %
0,2 %
0,6 %
2014 / 04
0,8 %
0,8 %
0,0 %
1,1 %
2014 / 03
1,1 %
2,5 %
-1,4 % 
0,9 %
2014 / 02
1,3 %
2,5 %
-1,2 % 
1,0 %
2014 / 01
1,2 %
2,5 %
-1,3 % 
1,2 %
2013 / 12
1,0 %
1,3 %
-0,3 %
1,2 %
2013 / 11
1,5 %
1,3 %
0,2 %
1,6 %
2013 / 10
1,4 %
1,3 %
0,1 %
1,2 %
2013 / 09
2,0 %
1,1 %
0,9 %
1,6 %
2013 / 08
2,3 %
1,1 %
1,2 %
1,6 %
2013 / 07
2,1 %
1,1 %
1,0 %
1,9 %
2013 / 06
2,4 %
0,9 %
1,5 %
1,9 %
2013 / 05
2,8 %
0,9 %
1,9 %
1,6 %
2013 / 04
3,2 %
0,9 %
2,3 %
1,1 %
2013 / 03
2,5 %
-1,4 % 
3,9 %
1,8 %
2013 / 02
3,1 %
-1,4 % 
4,5 %
1,8 %
2013 / 01
3,4 %
-1,4 % 
4,8 %
1,9 %
2012
3,2 %
0,7 %
2,5 %
2,1 %
2011
2,2 %
3,0 %
-0,8 % 
2,4 %
2010
0,6 %
3,6 %
-3,0 % 
1,1 %
2009
3,0 %
-5,1 % 
8,1 %
0,2 %
2008
9,4 %
1,3 %
8,1 %
2,8 %
2007
11,2 % 
2,5 %
8,7 %
2,3 %
2006
9,6 %
3,0 %
6,6 %
1,8 %
2005
7,5 %
0,8 %
6,7 %
1,9 %
2004
6,5 %
1,6 %
4,9 %
1,8 %
2003
6,9 %
-0,2 % 
7,1 %
1,0 %
2002
7,2 %
0,1 %
7,1 %
1,3 %
2001
5,6 %
0,6 %
5,0 %
2,4 %